HOTSPOT-PROJEKT: Lebensader Emsaue

In den letzten 3 Jahren wurden mehrere Maßnahmen zur Verbesserung des Fließgewässerökosystems Emsaue durchgeführt. Strukturvielfalt bedeutet biologische Vielfalt.

Hochwasser an der Ems

Ein Fluss bedeutet mehr als nur Wasser zum Angeln, zum Baden oder zum Kanu fahren. Ein Fluss ist Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Er verbindet über weite Kilometer Biotope und deren Arten miteinander. Dass zu einem Fluss auch die Flächen links und rechts neben seinem Bett gehören, merkt man spätestens, wenn es Hochwasser gibt.

Auwald

 

 

Vor dem Einfluss der Menschen waren die sogenannten Flussauen bewachsen mit nassen, sumpfigen Auwäldern. Auf höher gelegenen Flächen bildeten sich sandige Dünen.

 

Sanddünen Steilufer

 

 

Der sich durch die Landschaft schlängelnde Fluss änderte immer wieder seinen Lauf, so dass Flussschleifen teilweise oder ganz abgeschnitten wurden und als sogenannte Altarme zurückblieben. Diese waren Biotope voller Leben. Hier herrschte biologische Vielfalt.

 

 

 

Geschützt vom Hauptstrom waren sie die Kinderstuben von Fischen. Frösche, Kröten und Molche laichten hier ab. Libellen verbrachten ihre ersten Jahre, vor der Metamorphose, als Larven in ihnen, so wie unzählige Insektenarten. Vögel und Säugetiere fanden an seinen Ufern Nahrung und Schutz.

 

 

Im Zuge des Gewässerausbaus durch den Menschen, wurden Flüsse begradigt, Ufer verbaut, Altarme abgeklemmt und zugeschüttet. Ihre ehemals reiche biologische Vielfalt ging verloren.

Im Rahmen des Hotspot-Projektes 22 „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ hat die Ems in dem Bereich von Salzbergen bis Bernte bei Emsbüren auf rund 20 Flusskilometern wieder etwas ihrer ehemaligen Strukturvielfalt und damit auch der biologischen Vielfalt zurückbekommen. Es wurden neue Fluss-Seitenarme geschaffen, die die Funktion der ehemaligen Altarme übernehmen können.

Dazu wurde in Bernte ein ehemaliger Maisacker mit einer Blumenwiese aus zertifiziertem regionalem Saatgut eingesät und 5.000 m³ Boden ausgebaggert um einen neuen Ems-Seitenarm zu schaffen. Der Seitenarm ist mit der Ems verbunden, so dass Fische hinein und hinaus schwimmen können. Er wurde abwechslungsreich mit flachen Uferböschungen gestaltet. Viele Tiere und Pflanzen können hier wieder ein neues zu Hause finden.

 

 

In Salzbergen, auf der gegenüberliegenden Flussseite der Emshalle, wurden sogar 14.000 m³ Boden ausgebaggert und abgefahren. Auch hier haben nun Jungfische wieder die Möglichkeit den Hauptstrom zu verlassen und in dem ruhigeren, geschützterem Seitenarm heranzuwachsen. Kröten, Frösche, Molche und andere Tiere können dort ebenfalls für ihren Nachwuchs Lebensraum finden. Heimische Wildblumen wurden ausgesät und werden die Ufer säumen.

Bereits vor zwei Jahren wurden in Ahlde, auf einer Fläche neben der Ems zwischen Emsbüren und Salzbergen, mehrere Teiche und Tümpel ausgebaggert. Dort tummelt sich bereits wieder das Leben. Bei Hochwasser tritt die Ems dort über die Ufer und versorgt die Tümpel mit frischem Wasser.

Fischotter

 

Wer sich über die neuen Biotope, die sich wie Trittsteine entlang der Ems befinden, freuen wird, ist der Fischotter. Seit einigen Jahren mehren sich die Zeichen, dass er an die Ems zurückgekehrt ist. Er kann nur dort Leben, wo er genügend Nahrung, wie Fische aber auch Kröten, Frösche und Muscheln und Rückzugsraum für seine Jungen finden kann. All dies bieten ihm nun wieder die Biotope, die in und um die neuen Seitenarme an der Ems entstanden sind. Hoffen wir, dass er und mit ihm die biologische Vielfalt an die Ems und ihre Aue zurückkehrt.