Gemeinsam die Schutzgebiete besser machen

8 regionale Partner bringen die Schaffung einer landkreisübergreifenden „ökologischen Station Grafschaft Bentheim/Emsland-Süd“ auf den Weg. Die Naturschutzstiftung ist bei der Vereinsgründung dabei.

Der „Niedersächsische Weg“ ist eine Vereinbarung zwischen Naturschutz und Landwirtschaft für mehr Arten- und Gewässerschutz. In diesem Sinne haben sich 8 Institutionen, u. a. die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, aus Naturschutz und Landwirtschaft zu einem gemeinsamen Trägerverein zusammengeschlossen.

Für die Schutzgebiete in der Grafschaft Bentheim sowie im südlichen und mittleren Emsland haben sich zusammengeschlossen:

 

Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim, Tierpark Nordhorn, Internationaler Naturpark Bourtanger Moor – Veenland, BUND, NABU, Vereinigung des Emsländischen Landvolk

Ihr Ziel ist die Gründung einer ökologischen Station „Grafschaft Bentheim/Emsland-Süd“ (ÖGE), um die örtlichen Unteren Naturschutzbehörden (Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Stadt Lingen) bei ihren Aufgaben der Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten zu unterstützen.

Es soll gemeinsames Handeln koordiniert werden. Die Mitarbeiter der Station dienen als Ansprechpartner vor Ort. Sie sollen den Zustand der Schutzgebiete durch das Kartieren von Tier- und Pflanzenarten erfassen. Zu wissen, was in den einzelnen Gebieten los ist, soll eine Hauptaufgabe der ökologischen Station sein, denn Naturschutz funktioniert dort gut, wo eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet ist.

Auf welche Besonderheiten muss bei der Planung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen geachtet werden?  Oft steckt das Wissen über das Vorkommen von Arten in den Köpfen oder den Listen Ehrenamtlicher. Mit der ökologischen Station soll dieses Wissen zusammengetragen, ausgewertet und den ehrenamtlichen Kartierern eine Plattform geboten werden.

Auch die Bewirtschafter von landwirtschaftlichen Flächen  in den Schutzgebieten profitieren: Mit der Kenntnis vor Ort sind Entscheidungswege kürzer, können Mahdtermine flexibler gestaltet und von dem tatsächlichen Brutgeschehen von Wiesenvögeln abhängig gemacht werden.

 

Die Gründungsmitglieder des neuen Vereins wählten auf ihrer Versammlung zudem den neuen Vorstand. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Nils Kramer vom Tierpark Nordhorn gewählt, seine Stellvertreterin ist Kirstin Meyer, Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung Emsland und zum Kassenwart wurde Holger Hüsemann vom NABU Grafschaft Bentheim bestimmt. Der neue Vorstand ist zuversichtlich, das bisher vertrauensvolle Miteinander weiter fortzusetzen und darüber hinaus in Zukunft weitere Akteure in die Arbeit der Station einzubinden. Im Rahmen des sogenannten „Stationstisches“ sollen weitere aktive und interessierte Vereinigungen und Verbände die Arbeit der Station mitgestalten können.

 

Hintergrundinformation zur ökologischen Station „Grafschaft Bentheim/Emsland-Süd“ 

  • Die Betreuungsgebietskulisse umfasst insgesamt 46 Schutzgebiete, darunter 24 FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete (s. Karte). Außerhalb von Schutzgebieten sollen die Mitarbeitenden der Station Aufgaben innerhalb von weiteren Feuchtwiesengebieten in der Grafschaft Bentheim sowie in den Niederungen der Vechte übernehmen können. Die Gesamtbetreuungsgebietskulisse beträgt 37.722 ha.

 

  • Wertgebende Elemente sind besonders charakteristische Moor- und Heidegebiete sowie nährstoffarme Gewässer, Nass- und Feuchtgrünland, Heiden und Niederungslebensräume von Flachlandbächen und der Ems wie Bruch- und Feuchtwälder, alte Buchenwälder oder Niedermoore.

 

  • Zu den Aufgaben der ökologischen Station gehört u.a. das Monitoring gebietsspezifischer Arten und Lebensräume, die Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörden bei der Planung und Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsmaßahmen, die gebietsbezogene Öffentlichkeits- und Umweltbildungsarbeit sowie die Begleitung von Bewirtschaftern im Sinne eines Bindegliedes zu den verantwortlichen Stellen (s. Abb. 1).

 

  • Über einen Stationstisch werden weitere Akteure, z.B. aus den Bereichen Forstwirtschaft, Jagd, Angeln, Regionalmanagement, Tourismus, Ökologie und Klimaschutz in die Aufgaben der ökologischen Station eingebunden. Sie sollen die Mitglieder des Trägervereins in gebiets- und fachspezifischen Themen beraten.

 

  • Das Konzept der ökologischen Station „Grafschaft Bentheim/Emsland-Süd“ soll bis spätestens 30.11.2021 dem Land Niedersachsen zur Zustimmung vorgelegt werden. Das Land Niedersachsen entscheidet im Rahmen der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen des Natur- und Artenschutzes und der Landschaftspflege (Richtlinie NAL) über eine mögliche Zuwendung für die ökologische Station „Grafschaft Bentheim/Emsland-Süd“.

 

 

 

„Der Niedersächsische Weg“:

Als Kooperationsprojekte zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sollen niedersachsenweit 15 neue Einrichtungen zur Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten im Zuge des „Niedersächsischen Weges“ bis 2025 installiert werden.